Arbeitsrechte für Bauarbeiterinnen in Kambodscha



Projektträger: CARE Österreich, Verein für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre HilfeLand: Cambodia Fördersumme: € 150.000,00Beginn: 01.01.2016Ende: 30.06.2019

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, grundlegende Arbeitsrechte und -schutzmaßnahmen im Bausektor in Kambodscha einzufordern und zu fördern. Aufbauend auf einem rechtebasierten Ansatz, verfolgt das Projekt das Ziel, gleiche Arbeitsbedingungen für Männer und Frauen und ein sicheres Arbeitsumfeld herzustellen, das vom zuständigen Ministerium überwacht wird. Das spezifische Ziel ist die Stärkung der Kapazitäten von Bauarbeiterinnen, der Zivilgesellschaft und der Regierung hinsichtlich Arbeitsrechte und die Förderung des Einflusses von Bauarbeiterinnen in diesem Bereich. Hierzu werden neben der Förderung der Kapazitäten der Arbeiterinnen durch Ausbildung von ‚peer-to-peer leaders‘ auch die in dieser Arbeit gewonnenen Informationen genutzt, um sie in anwaltschaftliche Aktivitäten einfließen zu lassen. Das zuständige Ministerium für Arbeit und Berufsbildung wird außerdem in seinen Kapazitäten gestärkt, die Umsetzung der Arbeitsrechte zu überwachen und damit effektiv einfordern zu können.

 


Erwartete Ergebnisse


Erwartete Resultate:

1: 3.000 im Bausektor tätige Frauen sind sich ihrer Rechte bewusst und haben gestärkte Fähigkeiten, Schutzmaßnahmen in Anspruch zu nehmen und sich für die Verbesserung ihrer Arbeitsrechte sowie ihrer Arbeitsbedingungen und ihres Arbeitsschutzes einzusetzen.

2: 300 private Bauunternehmen haben ein gestärktes Bewusstsein über Arbeitsrechte und setzen auf bessere Arbeitsschutzmaßnahmen und bessere Arbeitsbedingungen.

3: Die Kapazitäten der Regierung, ein besseres institutionelles Umfeld zu schaffen, das auf die Anliegen von BauarbeiterInnen eingeht und diesen verantwortlich ist, sind gestärkt.

 


Zielgruppe


Die Zielgruppe des Projekts sind 3.000 Bauarbeiterinnen, die durch direkte Unterstützung von ‚peer leaders‘ über ihre Rechte und mögliche Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden und durch die zwei Partnerorganisationen gegenüber Regierungsstellen und privaten Bauunternehmen vertreten und in einen sozialen Dialog mit Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Organisationen, privaten Unternehmen und Regierungsstellen, direkt eingebunden werden. Direkt in die Aktivitäten des Projekts eingebunden sind somit auch die MitarbeiterInnen der Partnerorganisationen, des Gewerkschaftsverbandes und des Ministeriums sowie der 300 Bauunternehmen, die das Projekt in einen sozialen Dialog einbinden wird.

Die Begünstigten des Projektes sind ca. 200.000 BauarbeiterInnen (davon 40.000 bis 80.000 Frauen), die von den Verbesserungen in der Umsetzung der Arbeitsrechte und –schutzmaßnahmen profitieren werden.

 


Maßnahmen


Maßnahmen:

1: Training von Trainern von Bauarbeiterinnen, die ihre Kolleginnen über Rechte und Hilfsmaßnahmen informieren sollen. Hierzu werden auch ‚Behavioural Change Communications‘ entwickelt und eingesetzt. Außerdem wird der Gewerkschaftsverband durch eine Organisationsanalyse unterstützt und der Dialog mit den Bauarbeiterinnen sowie mit den privaten Baufirmen gestärkt. Zusätzlich werden anwaltschaftliche Aktivitäten für die Rechte der Bauarbeiterinnen unterstützt.

2. Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse der Umsetzung von Arbeitsrechten, die den privaten Baufirmen die (ökonomischen) Vorteile besserer Arbeitsbedingungen darlegt.

3. Ausgehend von einer Lückenanalyse die gemeinsam von CARE, den beiden Projektpartnern und dem Gewerkschaftsverband („technische Arbeitsgruppe“) durchgeführt wird, wird das Ministerium beraten, in welchen Bereichen es seine Ressourcen fokussieren sollte. Außerdem werden die Kapazitäten des Ministeriums dahingehend gestärkt, dass es bei seinen Inspektionen bei Baufirmen speziell auch auf die besonderen Anliegen von Bauarbeiterinnen achten kann.

 


Hintergrundinformation


Hintergrundinformation:

Der Bausektor in Kambodscha expandiert insbesondere in den letzten Jahren rasant. Durch die gestiegenen Investitionen sind im Bausektor mittlerweile bis zu 200.000 ArbeiterInnen beschäftigt, davon sind 20-40% Frauen. Oft arbeiten ungelernte Kräfte als TagelöhnerInnen in informellen Arbeitsverhältnissen. Frauen sind hiervon besonders betroffen, da sie meist in den am wenigsten bezahlten Positionen arbeiten.

Die ‚International Labour Organisation‘ (ILO) schätzt, dass in Kambodscha ungefähr 4 Personen pro Tag aufgrund von unzureichenden Arbeitsschutzmaßnahmen verletzt oder getötet werden. Es ist für ArbeiterInnen dabei schwierig auf rechtliche Hilfsmittel zurückzugreifen. Frauen sind durch ihre schwache sozio-ökonomische Stellung und geschlechterbasierte Diskriminierung besonders betroffen. Die Regierung ist bis jetzt nicht in der Lage, adäquat auf diese Situation zu reagieren, da ihr die Kapazitäten fehlen, Arbeitsrechte effektiv einzufordern und zu überwachen. Im männlich dominierten Bausektor sind Frauen zudem nicht nur von Diskriminierung bei der Einstellung und Bezahlung betroffen, sondern auch sexueller Belästigung und gender-basierter Gewalt ausgesetzt.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 15 Prozent.

 

Projektnummer2325-01/2016
MittelherkunftOEZA
Sektor Staatsführung & Zivilgesellschaft, allgemein
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 2, Democracy: 2, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.