Community Action for Full Inclusion in Education



Projektträger: Caritas Österreich (ehemals: Österreichische Caritaszentrale)Land: Armenia Fördersumme: € 48.000,00Beginn: 01.02.2017Ende: 31.08.2019

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das Ziel des vorliegenden Projekts ist es, Kindern mit Behinderungen in der Region Shirak (Nordwest- Armenien), die derzeit aus dem Schulsystem ausgeschlossen sind, Zugang zu Bildung in Regelschulen zu verschaffen.


Erwartete Ergebnisse


Resultat 1.1.: 60% der Kinder, die derzeit aus dem Schulsystem ausgeschlossen sind, sind mit dem Schuljahr 2017/18 in die Schule eingeschrieben.

Resultat 1.2.: Der international verwendete "Index for Inclusion" wird in 12 Schulen angewendet und verbessert die inklusive Praxis.

Resultat 1.3.: Das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer qualitätsvollen Bildung ist gestärkt.

Resultat 2.1.: "Community based monitoring system" wird entwickelt und erfolgreich umgesetzt.

Resultat 2.2.: Verstöße gegen das Recht auf Bildung werden den öffentlichen Stellen zur Lösung vorgelegt.


Zielgruppe


Die Zielgruppe sind ca. 200 Kinder mit Behinderungen, die derzeit aus dem Schulsystem in der Region Shirak ausgeschlossen sind, und deren Eltern (Zahl geschätzt; diese sind bisher nirgends erfasst). Darüber hinaus wird mit 12 Schulen (6 davon ländliche, 6 städtische) an der Qualität der inklusiven Angebote gearbeitet. Diese Maßnahmen erreichen 350 Lehrer/innen, 3.150 Kinder, sowie die Schuladministration der 12 Schulen.


Maßnahmen


In einem ersten Schritt werden die Kinder und ihre Situation im Hinblick auf Behinderungen generell und hinsichtlich Zugang zu Bildung erfasst. Eltern, die, von Ängsten und Sorgen geleitet, ihre Kinder nicht zur Schule schicken, werden beraten und unterstützt, damit sie sich für die Förderung ihrer Kinder öffnen.

Gleichzeitig wird an den Regelschulen ein Veränderungsprozess begonnen, welcher zunächst bei der intensiven Auseinandersetzung von Schulleitung, -verwaltung, LehrerInnen und ElternvertreterInnen ansetzt. Sie erhalten eine spezifische Weiterbildung in der Verwendung des „Index for Inclusion“, um so gemeinsam mit allen SchülerInnen und Eltern ihre Schule zu einer „Schule für alle“ entwickeln zu können; dies umfasst die Unterrichtskonzeption genauso wie die Barrierefreiheit.

Begleitet werden diese Bemühungen von einer Bewusstseinsbildungskampagne.

Gestärkt wird das Projekt auch durch der Etablierung eines „community based monitoring mechanism“. Dabei geht es nicht nur um die Erfassung der Kinder, die in keiner Schule eingeschrieben sind, sondern auch jener, welche die Schule nur unregelmäßig besuchen. Die Zahl letzterer wird bei Kindern mit Behinderungen sehr hoch geschätzt. LehrerInnen und Eltern werden motiviert und geschult, diese Informationen nach einem klar definierten Raster regelmäßig an den Nationalen Dachverband der Elternverbände weiterzuleiten.

Der Nationale Dachverband sammelt die Fälle, berichtet regelmäßig über die Verstöße und nützt dieses Dokumentationssystem, um sich für „Bildung für alle“ einzusetzen.


Hintergrundinformation


In Armenien leben laut offiziellen Statistiken rund 190.000 Menschen mit Behinderungen (MmB). Dabei handelt es sich nur um diejenigen Personen, die nach den streng definierten Kriterien der armenischen Regierung erfasst wurden. Rund 8.000 von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Die bestehenden Probleme und Herausforderungen des Landes treffen MmB in besonderer Weise. Erste Bemühungen, inklusive Bildung im Bildungssystem zu verankern, gibt es in Armenien seit 1999. Von legislativer Seite sind heute die Rechte der MmB und ihre spezifischen Bedürfnisse berücksichtigt. In der Praxis hingegen sind MmB jedoch in allen Lebensbereichen (Bildung, Gesundheit, Arbeit, Partizipation, Barrierefreiheit etc.) weitgehend ausgeschlossen.


Der OEZA-Kofinanzierungsanteil beträgt 20 Prozent.

Projektnummer2325-11/2017
MittelherkunftOEZA
Sektor Grundbildung
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Democracy: 2, Poverty: 1
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.