RéCouVrer - Stärkung der Widerstandsfähigkeit schutzbedürftiger Menschen in Westafrika nach Ausbruch der COVID-19-Epidemie



Projektträger: Arbeitsgemeinschaft - ÖCZ, LftW, ÖRK, JeW, ICEP, HOPE87, H3000Land: South of Sahara, regional/multi-country Fördersumme: € 3.000.000,00Beginn: 01.11.2020Ende: 31.10.2023

Kurzbeschreibung:

Projektziel


Das Konsortialprogramm “RéCouVrer” zielt auf die Stärkung der Resilienz von benachteiligten Gruppen, insbesondere Frauen und Menschen mit Behinderung, in Bezug auf die negativen Auswirkungen der COVID-19 Krise ab. Das Programm setzt auf den Nexus-Ansatz und integriert kurzfristige Maßnahmen zur Vorbeugung der weiteren Ausbreitung von COVID-19, Katastrophenvorsorge und längerfristige Maßnahmen in den Sektoren Berufsbildung, Einkommensschaffung und Verbesserung und Diversifizierung der Landwirtschaft. Das Programm trägt zu den SDGs 1 (keine Armut), 2 (kein Hunger), 3 (Gesundheit und Wohlergehen), 4 (chancengerechte und hochwertige Bildung), 5 (Geschlechtergleichstellung), 6 (sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen), 8 (gute Arbeit und Wirtschaftswachstum), 10 (keine Ungleichheit) sowie 17 (Partnerschaft) bei. Es trägt gleichzeitig zu den Zielen 10, 13, 14, 15 und 20 des EU GAP II bei.


Erwartete Ergebnisse


1: Zielgruppen werden mit ausreichend Ressourcen und Wissen ausgestattet, um COVID-19 vorzubeugen;

2: Berufsperspektiven werden verbessert und die Zielgruppen unterstützt, mit Business- und Vermarktungs- Aktivitäten ein Einkommen zu erzielen;

3: Erhöhung der Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung durch Diversifizierung und Verbesserung der Landwirtschaft und Maßnahmen zur Prävention und Behandlung von Unterernährung von betroffenen Kindern und ihren Müttern;

4: Erhöhte Kapazität der Partnerorganisationen in Österreich, Burkina Faso und Senegal, auf die COVID-19-Krise zu reagieren;

5: Erhöhte Kapazität der Partnerorganisationen in Österreich, Burkina Faso und Senegal, den Nexus-Ansatz, sowie Gendergerechtigkeit und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in ihre Projekte und Programme zu integrieren.


Zielgruppe


Das Programm wird von sieben österreichischen Hilfsorganisationen (Caritas, HOPE’87, Horizont3000, ICEP, Jugend eine Welt, Light for the World, Österreichisches Rotes Kreuz) mit ihren Partnerorganisationen in Burkina Faso und Senegal durchgeführt.


Direkte Zielgruppe gesamt: 71.110 Personen


Die Zielgruppen des Programms sind die durch die COVID-19 Krise betroffene ländliche Bevölkerung in Regionen von Burkina Faso und Senegal sowie Jugendliche in Ausbildung und PatientInnen von 16 Gesundheitszentren in Burkina Faso. Besonderer Fokus wird dabei auf die Förderung von Frauen und die Inklusion von Menschen mit Behinderung gelegt. Mit Resultat 1, das eher humanitäre Maßnahmen zur Vorbeugung von COVID-19 umfasst, sollen insgesamt rund 70.800 Menschen erreicht werden, mit Resultat 2 3.050 Personen für Berufsbildungsmaßnahmen und 7.400 Begünstigte für Einkommen schaffende Maßnahmen und mit Resultat 3 Mitglieder von 750 kleinbäuerlichen Familien (7.450 Personen) und insgesamt 8.300 von Unterernährung betroffene Kinder und ihre Mütter. Zusätzlich profitieren 310 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Konsortiumpartner und der Partnerorganisationen von Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen des Wissensmanagements. Insgesamt werden mit dem Programm 58% Frauen und 42% Männer erreicht. Die indirekt Begünstigten belaufen sich auf geschätzte 1.000.000 Menschen.


Maßnahmen


- Hygiene-Sensibilisierung, Notlieferungen, Cash Transfers, WASH, Trainings für Gesundheitspersonal, Zugang zu Gesundheit ;

- Trainings, Fort- und Weiterbildungen für Zielgruppen (u.a. Landwirtschaft, Marktzugang, technische Berufe), einkommensschaffende Maßnahmen (Kleinunternehmen, Kooperativen, etc.), Spargruppen;

- Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion, Nahrung für unterernährte Kinder und ihre Mütter ;

- Wissensmanagement und -austausch unter den Partnerorganisationen (Nexus, Gender, Inklusion).


Hintergrundinformation


COVID-19 und v.a. die Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen haben beide Länder – Senegal und Burkina Faso – schwer getroffen. Als Hauptaktivitäten des Programmes wurden jene geplant, die sich in der Erfahrung der Konsortialpartner bereits in der ersten COVID-19 Phase als besonders relevant herausgestellt haben. Erstens sind es Maßnahmen zur Vorbeugung von COVID-19 (Sensibilisierung und Aufklärung der Zielgruppen, Ausstattung von Gesundheitszentren und Schulinstituten, Verteilung von Hygienematerial und Schutzmasken, Nahrungsmittelverteilungen als Überbrückungshilfe). Zweitens ist es gerade in einer durch COVID-19 noch volatileren und fragilen Wirtschaft notwendig, sich am Markt gut positionieren zu können – daher sind berufsbildende Maßnahmen und die Unterstützung bei Einkommen schaffenden Maßnahmen und zur Vermarktung landwirtschaftliche Produkte (Gemüseanbau, Tierhaltung) vorgesehen. Gerade in einer Zeit mit Mobilitätsbeschränkungen ist ausreichend und diversifizierte lokal verfügbare Nahrung notwendig, um über die Krise zu kommen – daher ist die Unterstützung für diversifizierte und nachhaltige Landwirtschaft sowie die Versorgung von unterernährten Kindern inkl. Bildungsmaßnahmen zu besserer Ernährung vorgesehen.


Das Programm, das in acht Regionen in Burkina Faso und Senegal umgesetzt wird, kann eine große Wirkung erzielen, da die Stärken und Erfahrungen von sieben Hilfsorganisationen und ihren Partnerorganisationen bei der Umsetzung von spezifischen Schwerpunkten (Humanitäre Hilfe, Berufsbildung, Ernährungssicherheit und Livelihoods) genutzt werden, um auf negativen Auswirkungen von COVID-19 zu reagieren. Caritas hat die Leitung des Konsortiums inne und damit die Verantwortung für das Management des Gesamtprogramms und die Durchführung der Wissensmanagement-Aktivitäten zu den thematischen Schwerpunkten sowie zu den Themen Gender, Nexus und Disability. Alle Konsortialpartner tragen aktiv zu diesen Wissensmanagement-Aktivitäten bei, wobei Light for the World den Lead zum Austausch und Lernen zum Thema „Menschen mit Behinderung“ übernimmt. Durch das Konsortium kann somit eine große Wirksamkeit bei den Zielgruppen erreicht werden, die mehrjährige gemeinsame Lernprozesse führen zur Weiterentwicklung der Qualität in der Umsetzung.

Projektnummer2855-00/2020
MittelherkunftOEZA
Sektor Humanitäre Hilfe: Maßnahmen zum Wiederaufbau und Rehabilitierung nach Katastrophen
Tied0
ModalitätProject-type interventions
Marker Gender: 1, Poverty: 2
  • Marker: kennzeichnet und bewertet die entwicklungspolitische Zielsetzung eines Projektes auf Gendergleichstellung, Reproduktive Gesundheit, Umweltschutz, Demokratieförderung, Armutsorientierung, Entwicklung des Handels sowie auf die Erfüllung der Klima- Biodiversitäts- und Wüstenkonventionen.
    • 1= das entwicklungspolitische Ziel ist in das Projekt integriert
    • 2= das entwicklungspolitsche Ziel ist der spezifische Inhalt des Projekts
  • Mittelherkunft: Die ADA setzt in Projekten und Programmen Mittel der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) sowie anderer Finanzierungsquellen um.
    • AKF - Auslandskatastrophenfonds der Österreichischen Bundesregierung
    • BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
    • EU - Mittel der Europäischen Kommission
    • Andere Geber - Diverse Finanzquellen, die dem jährlichen Geschäftsbericht der ADA im Detail zu entnehmen sind.
  • Modalität: definiert die Art der Hilfe (z.B: Sektorbudgethilfe, Kernbeiträge an multilaterale Institutionen, Projekthilfe, Technische Assistenz (personelle Hilfe), Bildungsarbeit im Inland, etc.)
  • Sektor: bezeichnet den wirtschaftlichen oder sozialen Sektor des Partnerlandes, welcher mit dem Projekt/Programm unterstützt wird.
  • Tied/Untied: Ungebundene (untied) Hilfe ermöglicht dem Projektpartner im Entwicklungsland - unter Befolgung der lokalen Beschaffungsregeln - freie Entscheidung über die Herkunftsländer im Zuge der Beschaffung von Dienstleistungen und Waren. Gebundene (tied) Hilfe verknüpft die Hilfsleistung auf die Beschaffung aus dem Geberland oder aus einem eingeschränkten Kreis von Ländern.